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„Wieso […] soviel über Migration und Rassismus [sprechen], obwohl wir
selbst nicht direkt von den Problemen des Umherirrens und der Abschiebung
betroffen sind? Unter dem Zeichen der Prekarität und der Unmöglichkeit,
über unsere Gegenwart und unsere Zukunft zu entscheiden, dringt
der Kapitalismus immer umfassender in unser Leben ein: Daher fühlen wir
uns im Handeln als Brüder und Schwestern jener Ausgebeuteten, die an
den Küsten und Grenzen [diverser Länder] ankommen.
Angesichts des Gefühles ausgeraubt zu werden, das Millionen von Individuen
gegenüber dem Warenimperialismus verspüren, der sie alle zwingt,
denselben leblosen Traum zu träumen, ist ein Aufruf zum Dialog und
zur demokratischen Integration unmöglich. Was die legalistischen Anti-
Rassisten auch sagen mögen, es ist zu spät für die heuchlerischen Lektionen
bürgerlicher Erziehung. Wenn überall Lager aus dem Boden schiessen, in
welche man das Elend verweist [..]; wenn der Ausnamezustand – das heisst,
die juridische Suspension von jeglichem Recht – zur Norm wird; wenn man
Millionen von menschlichen Wesen in den Reservaten des kapitalistischen
Paradieses wortwörtlich verrotten lässt; wenn ganze Stadtteile militarisiert
und abgeschirmt werden […], dann ist es ein geschmackloser Witz über
Integration zu sprechen. Unter diesen Zuständen von Verzweiflung und
Angst, in diesem globalen Bürgerkrieg, gib es nur zwei mögliche Auswege:
Der brudermörderische Konflikt (religiös und durch Clans in allen möglichen
Varianten), oder der soziale Sturm des Klassenkampfes.“

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